Das Oberdeck, Rückzugsort und Sicherheit an Bord

Gedankengänge und Inspiration

Die Oberdecks der ersten großen Dampfer, die zur Wende des 19. Jahrhunderts den Atlantik überquerten, stellten für die Passagiere ein regelrechtes Refugium vor dem sonst auf den Schiffen vorherrschenden Lärm, der Enge und den Gerüchen dar. Dabei galt es stets, diversen Ansprüchen gerecht zu werden. Zum einen mussten besonders die Luxusliner nach außen hin einen perfekten Eindruck von Komfort und Genuss vermitteln und zum anderen bestand auf den Schiffen die Herausforderung Material zu verstauen. Insbesondere die Rettungsmittel wurden deshalb oft auf den Oberdecks in großen Kisten untergebracht, um die Ordnung zu wahren und gleichzeitig einen schnellen Zugriff im Notfall zu gewährleisten.

Realisierung und technische Umsetzung

Die vier kubischen Bänke mit Arm – und ergonomischer Rückenlehne, bieten einen ruhigen Rückzugsort auf dem Sonnendeck. Im Innenleben der Bänke ist indirekte farbige LED-Beleuchtung so installiert, dass das Licht durch bullaugenförmige Öffnungen an den Seiten der Bänke auf das Außendeck strahlt. So entsteht bei Dunkelheit eine besondere, durch das Licht getragene Atmosphäre. Dank einer vom Rest des Schiffs autark gesteuerten Soundanlage, hebt sich das Oberdeck auch musikalisch vom Theken- und Tanzbereich ab und lädt zu einer Fahrt in den Sonnenuntergang in loungiger Atmosphäre ein.


Sicherheit
Komfort
Langlebigkeit

Eine besondere Herausforderung auf dem Schiff stellen die Gegenstände dar, die dauerhaft der Witterung ausgesetzt sind. Eine spezielle Imprägnierung gegen Fäulnis und der mehrschichtige weiße Ventilack der Firma Brillux aus Münster, schützen die Oberflächen der Außenmöbel.

Bei der Gestaltung des Außenmobiliars galt es überdies noch diverse weitere Punkte zu beachten. Zum einen waren bei allen Bauteilen die geforderten Brandschutzauflagen zu erfüllen und eine spätere Abnahme durch die behördlichen Instanzen der Binnenschifffahrt zu berücksichtigen. Aufgrund des enormen Umfangs der Umbauarbeiten an der MS Günther und auch vor dem Hintergrund des großen medialen Interesses, boten sich verschiedenste Kooperationen mit Firmen und Sponsoren an. Der Einsatz des Ventilacks der Firma Brillux ist ein Beispiel dafür. Zusätzlich wurde beispielsweise das Logo der Warsteinerbrauerei, einem unserer Hauptsponsoren, in der Bullaugenbeleuchtung platziert. Das Licht der LED’s bricht sich im Logo der Firma. Damit wird eine dezente und sehr wertige Platzierung der Marke realisiert.

Die wichtigste technische Anforderung an die Bänke auf dem Oberdeck war die Dimensionierung. Das Mobiliar durfte weder mit den einzuhaltenden Fluchtwegebreiten, noch mit baulichen bzw. funktionellen Vorgaben des Schiffskörpers kollidieren. Gleichzeitig müssen in einem Notfall, gemäß der geltenen Binnenschiffsfahrtgesetze, Schwimmwesten für alle Passagiere schnell und einfach zugänglich sein. Im Fall der MS Günther, waren 150 Individualrettungsmittel zu verstauen, mit einem beachtlichen Gesamtvolumen. Genau diese Anforderung wurde bei der Konzeptionierung der Bänke von Beginn an berücksichtigt. Durch zwei prägnante Edelstahlgriffe lässt sich der Korpus der Bank im Handumdrehen, dank formschlüssiger Verbindungsbeschläge, öffnen. Im Innern der Bänke lagern dann die Schwimmwesten. Trocken, sicher und sortiert. An den Rückseiten der Außenbänke sind Blumenkästen bzw. Rettungsringe befestigt.